Das Beste aus Achterhoeker Äpfeln

Am 15.10.2016 haben wir zum ersten Mal Apfelsaft gepresst. Die große Saftpresse, mit einem Fassungsvermögen von 180l, haben wir vom Verein für Landschaftspflege im Kreis Kleve  (kurz: likk) ausgeliehen. Das Material zum Pasteurisieren wurde uns von vielen Helfern bereitgestellt. Das Ganze fand statt auf dem ehemaligen Futterplatz des Rammendonkshofs von Familie Eickhoff.

Bereits am Vorabend begann der Aufbau. Tische wurden aufgestellt, die mobile Spültheke vom Verein sowie die Presse mussten Wasseranschlüsse haben. Der Schredder, die Einkochkessel und Glühweinkessel brauchten viel Strom aus einem großen Baustromverteiler, und auch die große Waage wurde aufgestellt.

Ganz früh am Morgen wurden bereits die ersten Äpfel in Kisten abgewogen und gewaschen, bevor die ersten fleißigen Helfer eintrafen. Da wir Lebensmittel hergestellt haben, mussten wir die Äpfel zwei Mal waschen und schlechte Stellen rausschneiden. Trotz scharfer Messer hatten wir nur zwei Verletzte, die mit Pflastern schnell verarztet wurden. Nachdem alle Äpfel angeliefert wurden, hatten wir schon die Sorge, gar nicht alles pressen zu können und noch einen weiteren Tag dranhängen zu müssen. Insgesamt hatten wir über 1.600 kg Äpfel zusammen bekommen.

 

  

  

Nach dem Waschen durften die Äpfel noch warten, da der Schredder so einen Berg nicht sofort bewältigen konnte. Zumal die geschredderten Äpfel in die Presse umgefüllt werden mussten. Da die Helfer das Apfelmus so fest in die Presse gedrückt haben, waren schon vor dem eigentlichen Pressgang die ersten Eimer voll mit Saft. Die Presse funktioniert mit Wasserdruck hydraulisch. Im inneren der Presse befindet sich ein Ballon der mit Wasser gefüllt wird, um so das Apfelmus nach außen zu drücken. Durch die Außenwand läuft der Saft in den Auffangring und von da in die Eimer. Als nach dem Füllen die Presse mit einem Deckel zu gemacht und der Ballon mit Wasser gefüllt wurde, startete der Pressvorgang und man musste sich beim Austauschen der Eimer ziemlich beeilen. Aber die Helfer an der Presse waren nach den ersten Durchgängen schon ein eingespieltes Team. Der frisch gepresste Saft wurde natürlich von allen Helfern gekostet.

  

  

  

Nach dem Pressen mussten die nun trockenen Apfelreste (Trester) entsorgt werden. Ein großer Teil des sogenannten Tresters ging an Walter Märzen, der es an die Ziegen verfüttert. Für die Zukunft können sich einige aber auch für einen Teil des Tresters eine noch edlere Verwendung vorstellen 

  

Nun sollte der Saft natürlich nicht in den Eimern bleiben, er sollte ja haltbar sein. Dafür gab es ein ebenso eingespieltes Team wie an der Presse. Uns standen acht Einkochkessel und Glühweinkessel zur Verfügung, ohne die wir die große Menge an Saft gar nicht verarbeiten konnten. Der Saft wurde aus den Eimern in die Kessel gefüllt und auf zirka 80 Grad erhitzt um den Saft haltbar zu machen. Durch eine besondere Umschütte-Technik gelang dies einwandfrei. Der Saft durfte jedoch nicht zu warm werden, da der natürliche Zuckeranteil sonst den Saft gelieren lässt.

  

  

  

Sobald der Saft die richtige Temperatur erreicht hat, konnte er in 5l Beutel gefüllt werden. Diese 5l Beutel werden mit einem Zapfhahn geschlossen und in eine Pappboxen gelegt. Diese Beutel und Pappboxen nennt man Bag in Box.

Das Resultat des erfolgreichen Tages war, dass wir alle Pappboxen verbraucht haben und noch viel mehr Beutel benötigten da wir insgesamt 960l Saft gepresst haben.

Frederike Eickhoff

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